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16.09.09 11:42 Alter: 357 Tage

Fleischabsatz trotzt Wirtschaftskrise

Kategorie: Agrarpolitik, Markt

Von: Ing. Georg Mayringer

Die Analyse der letzten RollAMA Daten, dies ist eine rollierende Marktanalyse der Lebensmitteleinkäufe von 2500 Haushalten, haben ein erfreuliches Ergebnis für die Fleischbranche gebracht. Den Zahlen zufolge hat sich der Fleischmarkt im Lebensmitteleinzelhandel mit einem Wertplus von 8,1% überdurchschnittlich gut entwickelt und erweist sich damit als äußerst krisenstabil. Es wird wieder mehr gekocht in Österreichs Haushalten.

Auch wenn sich der Konsum zum Teil nur von den Gaststätten in die eigenen vier Wände verlagert, dürfte die heimische Landwirtschaft profitieren. Denn während in der Gastronomie nur rund jedes zweite Fleischgericht auch mit österreichischem Rohstoff zubereitet wird, liegt im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) der Inlandsanteil bei über 90%.

Absatz steigt

Im Zeitraum von Jänner bis April 2009 sind im österreichischen LEH rund 41.560 Tonnen Fleisch im Wert von ca. 255 Mio. Euro über den Ladentisch gewandert (Abbildung 1). Damit haben Lebensmitteleinzelhandel und Fleischer-Fachhandel im ersten Trimester 2009 (Jänner-April) um 5,6% mengenmäßig und 8,1% wertmäßig mehr an Fleisch und Geflügel abgesetzt als im Vergleichszeitraum zum Vorjahr 2008. Schweinefleisch liegt mit einem Mengenzuwachs von 4,7% etwas unter der allgemeinen Entwicklung. Das Plus im Wert von 5,2% weist aber darauf hin, dass die Verkaufspreise von Schweinefleisch gestiegen sind. Faschiertes hat mit 4,6% mengenmäßig nur durchschnittlich zugelegt. Die wertmäßige Steigerung liegt jedoch bei 13,3% was darauf hinweist, dass Faschiertes zu höheren Preisen eingekauft wird Aber auch der Anteil von Rindfleisch im Faschierten ist gestiegen. Die höchsten Steigerungsraten können aber vorbereiteten Fleischarten wie z.B. mariniertes Fleisch verzeichnen. Davon wurden im 1. Trimester 2009 immerhin fast 16% mehr gekauft und man hat dafür um rund 22% mehr dafür ausgegeben. Dies deutet darauf hin, dass nun auch Konsumenten die eher weniger Kocherfahrung haben, vermehrt zu Fleisch greifen.

Immer mehr greifen zu Fleisch

Die Käuferreichweiten sprechen eine deutliche Sprache. Während im 1. Trimester 2007 nur 85% aller Einkäufer zumindest ein Mal im Trimester Fleisch in ihren Einkaufskorb gelegt haben, waren es im Vergleichszeitraum 2009 dann 88% (Abbildung 2). Diese Entwicklung ist quer durch alle Fleischarten deutlich zu beobachten. Die Steigerung der Käuferreichweiten beträgt seit 2007 bei Schwein/Rind etwa 2%-Punkte, bei Geflügel rund 3%-Punkte und bei vorbereitetem Fleisch sogar 6%-Punkte. Hier dürften durchaus auch die Werbekampagnen und Informationsmaßnahmen der AMA Marketing ihren Beitrag leisten.

Aktivitäten wie die, von VÖS und AMA gemeinsam initiierten Ernährungsstudien tragen dazu bei, dass Fleisch wieder einen höheren Stellenwert als Beitrag zur gesunden und ausgewogenen Ernährung erhält. Dieses Vertrauen in das Lebensmittel Fleisch dürfen wir nicht gefährden. Wenn nun der Konsument Angst haben muss, dass er anstelle des erwarteten (heimischen) Schweinefleisches Imitate, Stichwort Schummelschinken, serviert bekommt, trägt das sicher nicht zur Steigerung des Fleischkonsums bei.

 

Abbildung 1: Die Marktentwicklung von Fleisch und Geflügel im Lebensmitteleinzelhandel. Daten: AMA

 

Abbildung 2: Der prozentuelle Anteil der Käufer von Fleisch im Lebensmitteleinzelhandel wächst. Daten: AMA